Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie beigelegt
Mittelgruppe und Thüringen übernehmen Tarifabschluss
Frankfurt. Der Tarifkonflikt 2012 in der Metall- und Elektroindustrie ist beigelegt. Am heutigen Dienstag einigte sich die IG Metall im Bezirk Mitte mit den Arbeitgeberverbänden auf die Übernahme des am Wochenende in Baden-Württemberg erzielten Pilotabschlusses für die Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Thüringen. Das Ergebnis bringt den rund 400.000 Beschäftigten 4,3 Prozent mehr Geld rückwirkend ab 1. Mai. Auszubildende werden zukünftig im Grundsatz unbefristet übernommen, die Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit werden gestärkt.
IG Metall Bezirksleiter und Verhandlungsführer Armin Schild erklärte: „Mit dem Tarifabschluss ist es gelungen, die Beschäftigen mit einer deutlichen Reallohnsteigerung an der wirtschaftlichen Entwicklung angemessen zu beteiligen. Das ist die höchste Einkommenssteigerung seit zwei Jahrzehnten und das bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Dass es darüber hinaus gelungen ist, die monatelange Blockadehaltung der Arbeitgeber bei den qualitativen Themen zu überwinden und damit zu allen drei Forderungen ein Ergebnis zu erreichen, wäre ohne den enormen Druck von mehr als 120.000 Warnsteikenden im Bezirk nicht möglich gewesen.“
„Dass zukünftig Auszubildende in der Regel unbefristet übernommen werden müssen, bietet Jugendlichen eine echte Perspektive. Das eröffnet Tausenden von jungen Menschen eine tarifvertraglich gesicherte Berufsperspektive und ist ein substanzieller Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Metall- und Elektroindustrie“, so Schild weiter.
Mit den Regelungen zur Leiharbeit sei es gelungen, die Position der Betriebsräte deutlich zu stärken, in dem die Einsatzbedingungen von Leiharbeit eingeschränkt, und damit der Schutz von Stammarbeitsplätzen ermöglicht werde. Schild verwies in diesem Zusammenhang auch auf das in der vergangenen Nacht erreichte Verhandlungsergebnis mit den Zeitarbeitsverbänden BAP und IgZ, in dem Branchenzuschläge für den Einsatz in der Metall- und Elektroindustrie vereinbart wurden. Danach erhalten Leiharbeitnehmer einen stufenweisen Zuschlag von bis zu 50 Prozent auf ihr Grundentgelt, mit dem die Entgeltdifferenz zu den Stammbeschäftigten teilweise ausgeglichen werde. Damit sei es gelungen, mehr Fairness bei Bedingungen und Bezahlung der Leiharbeit zu erreichen. „Wir haben aber keine Veranlassung, jetzt Ruhe zu geben. Diese Reparaturarbeiten an einem politisch verwüsteten Arbeitsmarkt waren wichtige Schritte. Aber solange es prekäre Beschäftigung gibt, in welcher Form auch immer, werden wir dagegen angehen“, betonte Schild.
Statement der IG Metall zur Rittal Pressemitteilung vom 10.05.2012
Verbreitung von Lügen, Halb- und Unwahrheiten
Die schamlose Verbreitung von Lügen, Halb- und Unwahrheiten durch das Rittal Management macht deutlich, wie wenig gute Argument man bei Rittal in der aktuellen Auseinandersetzung um tarifliche Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen hat.
Das jedenfalls sagen wir. Die am Freitag veröffentlichte Presseerklärung des Unternehmens ist der durchsichtige und letzte verzweifelte Versuch die Öffentlichkeit über das bei Rittal herrschende Unrechtsregime hinwegzutäuschen.
So behaupte das Unternehmen in seiner Presseerklärung beispielsweise, seit der„Krise“ 2010 habe man am Standort Rennerod die Belegschaft um ein Drittel aufgebaut. Was aber verschwiegen wird ist, dass Rittal mit Beginn der Krise sofort alle Leiharbeiter entlassen und alle befristet Beschäftigten vor die Tür gesetzt hat. Innerhalb weniger Wochen sank die Beschäftigtenzahl damals von rund 260 auf nur noch 168 Mitarbeiter (!). Und wenn danach wieder ein paar Stellen neu besetzt wurden, dann weil Rittal aufgrund der Auftragslage musste, nicht weil man besonders „sozial“ war. Übrigens, während in Rennerod damals über 100 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit entlassen wurden, machte Rittal laut eigenen Angaben selbst in der Krise noch mehrere 100 Millionen Euro Gewinn.
Eine weitere Lüge ist die Behauptung von Geschäftsführer Weiher, das Paket habe nur Vorteile für die Beschäftigten. Denn was der Geschäftsführer verschweigt, ist der „Preis“, den die Belegschaft für die sogenannte Arbeitszeitverkürzung zusätzlich zahlen muss. Lohneinbußen in einem neuen Prämienlohnsystem und am Samstag regelmäßig arbeiten. Das ist die Wahrheit die den Beschäftigten derzeit vorenthalten wird. Wenn Lügen wirklich kurze Beine haben würden, dann müsste Herr Weiher wohl in Zukunft bei jedem Schritt laut aufschreien.
Wie unsozial es bei Rittal wirklich zugeht zeigen aktuelle Begebenheiten im Unternehmen.
Mehreren befristet Beschäftigten wurde mitgeteilt, dass man „leider“ die Arbeitsverhältnisse nach Ablauf der Befristung (zum Teil 24 Monate) nicht fortsetzen könne. Danach wurden diese Beschäftigten arbeitslos. Gleichzeitig jedoch will das Unternehmen immer mehr billige Leiharbeitskräfte einstellen. Dieses Lohndumping hat bei Rittal Methode. Befristungen ausschöpfen und dann durch noch billigere Leiharbeit ersetzen.
An diesen Beispielen zeigt sich unserer Meinung nach die ganze Unmoral des Rittal-Managements, aber letztlich auch die des Firmeninhabers. Reguläre Beschäftigung wird durch Billigstarbeitskräfte ersetzt. Die Zeche zahlen die Betroffenen und jeder anständige Mensch in der Region. Wir alle zahlen mit unseren Beiträgen und Steuern das Lohndumping bei Rittal. Wen kann es da wundern, dass der Inhaber immer reicher und die Beschäftigten immer ärmer werden.
Niemand neidet Friedhelm Loh seine Milliarden, aber wer auf diese Weise noch reicherwerden will, der muss auf die Verachtung aller anständigen Menschen in der Region stoßen.
Wie lange will sich die Politik eigentlich noch mit Auftritten von Herrn Loh schmücken und wie lange kann sich der Zentralverband der Deutschen Elektroindustrie, ZVEI, dessen Präsident Friedhelm Loh ist, diesen Vorsitzenden eigentlich noch leisten?
Der ZVEI wirbt auf seiner Homepage mit sozialem und demokratischem Engagement, doch der Vorsitzende des Verbands tritt die Menschenwürde mit Füßen. Da müssen sich die Mitgliedsfirmen im ZVEI jetzt mal entscheiden.
Warnstreik bei Rittal RSC, Rennerod














Warnstreik bei Rittal RWG, Herborn











Warnstreik bei Rittal RWG und Rittal RSC
Die Beschäftigten kämpfen für einen Tarifvertrag
Seit 11 Uhr beteiligen sich über 90% der Frühschicht bei Rittal RSC GmbH & Co.KG, Rennerod und Rittal RWG GmbH & Co. KG, Herborn am 1. Warnstreik für einen Tarifvertrag bei Rittal.
Tarifbewegung 2012 in der Metall- und Elektroindustrie
2500 Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks
Zum Abschluss der ersten Warnstreikwoche ruft die IG Metall Herborn heute weitere Betriebe zum Warnstreik auf.
Damit haben wir in nur einer Woche insgesamt 23 Warnstreiks mit einer Dauer von 2 bis 5 Stunden in 29 Betrieben durchgeführt. Die Beteiligung war mit weit über 2500 Beschäftigten so hoch wie selten zuvor.
Das ist ein deutliches Signal an die Metallarbeitgeber ihr völlig unzureichendes "Angebot" deutlich nachzubessern. Bisher haben die Metallarbeitgeber lediglich eine Mogelpackung vorgelegt auf der 3 % draufstehen und nur 2,5 Prozent drin sind. Außerdem verweigern die Arbeitgeber eine Lösung bei der Übernahme der Auszubildenden und dem Einsatz von Leiharbeitnehmern.
Wenn die Arbeitgeber am 09.05.12, anlässlich der nächsten Verhandlung, nicht endlich ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen, werden wir die Dauer der Warnstreiks erhöhen!












Tag der Arbeit
1. Mai in Herborn
Ein sonniger Tag der Arbeit in Herborn.
Zu Beginn der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Hessen, den laufenden Verhandlungen um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Teka in Haiger und der Auseinandersetzung der Kolleginnen und Kollegen zweier Rittal Standorte (Herborn und Rennerod) um einen Tarifvertrag, startete der Tag der Arbeit in Herborn mit einem Demonstrationszug, mit dem über 400 Menschen gemeinsam durch die Stadt zogen.
Bei schönestem Sonnenschein folgten im Anschluss über 1.000 Menschen der Kundgebung auf dem Marktplatz.
Zu guter Musik, kalten Getränken, Gegrilltem u.v.m. ließ man in Herborn den sonnigen Tag mit einem großen Familienfest ausklingen.
Wir sagen DANKE für diesen 1. Mai in Herborn!





Neuwahlen in der IG Metall Herborn
Ein sagenhaftes Ergebnis
Hans-Peter Wieth wurde heute von der Delegiertenversammlung der IG Metall Herborn mit 100% der Stimmen für eine weitere Amtszeit zum 1. Bevollmächtigten gewählt.
Als 2. ehrenamtlichen Bevollmächtigen bestätigte die Delegiertenversammlung Gerd Spellerberg, Betriebsratsvorsitzender der Sell GmbH, mit 98,86% der Stimmen.



